Medizinisches

Hier stelle ich ein paar "Krankheiten" vor, auf die wir alle bei unserer Zucht achten und die sie als Welpeninteressenten von einem Border Collie auch interessieren sollte. Mit vielen Krankheiten kann man wunderbar "umgehen" und erkrankte Hunde sind i.d.R. bei einer guten Border Collie Zucht kein Thema mehr, da es heutzutage schon viele Gentests gibt und der Erbgang auch bekannt. Andere sind etwas "schwieriger", da man diese noch nicht so gut erforscht hat oder sie sich nicht so "einfach" vererben, sondern beispielsweise Polygen. 

Trotz allem ist der Border Collie an sich eine recht gesunde und robuste Rasse und ihr solltet euch nicht von der folgenden Liste abschrecken lassen! Wir legen größten Wert auf die Gesundheit und züchten ausschließlich nur mit komplett gesunden Hunde.


Collie Eye Anomalie (CEA)

Bei der CEA handelt es sich um eine Erbkrankheit, bei der es zu Veränderungen an der Netzhaut des Auges kommt.Es gibt verschiedene Schweregraden der Krankheit. Bei der schlimmsten Form der CEA kommt es durch Blutgefäß-Veränderung zu Blutungen an der Netzhaut. Dies kann eine Netzhautablösung zur Folge haben, was zur Erblindung des Hundes führt.

Der Schweregrad der Erkrankung verändert sich bei der CEA im Laufe des Lebens nicht, ein betroffener Hund erblindet also nicht erst im Alter. 

Die midleste Form der CEA, die sogenannte CRH (chorioretinale Hypoplasie) ist beim Welpen bis zu einem Alter von ca. 9 Wochen erkennbar, danach wird sie durch Pigment- Einlagerung überdeckt.  

(Quelle: Laboklin)


Das ist unter anderem ein Grund, warum es sinnvoll ist, die Welpen noch beim Züchter Augen untersuchen zu lassen, insbesondere auch auf CEA, um dies sofort feststellen zu können. Folgt diese frühe Augenuntersuchung nicht, so ist es nach CfBrH Verordnung zwanghaft notwendig mindestens ein Gentest vor "Zuchteinsatz" machen zu lassen.


Unsere Hunde wurden alle im Welpenalter auf CEA und andere Augenkrankheiten untersucht und als frei befunden. Weiterhin ist diese Krankheit insofern "schön" für einen Züchter, da sie sehr toll  durch den Erbgang autosomal- rezessiv  kontrollierbar ist und sogar ein aussagekräftiger Gentest zur Verfügung steht. 


Durch den Gentest kann man drei Arten feststellen: 


affected, also betroffen- erkrankter Hund

Träger, komplett gesund

frei, komplett gesund


Solange man nicht züchtet, spielt es eigentlich nur eine Rolle, ob der Hund affected/krank ist oder nicht! Ob er Träger ist oder nicht, merkt man in keinster Weise und kann nur durch einen speziellen Gentest festgestellt werden!

Interessant werden Träger erst, wenn man mit dem Gedanken der Zucht spielt. Dann ist es einfach sinnvoll zu wissen, um einen genetisch "freien" Deckpartner zu wählen! Verpaart man einen Träger mit "frei", gibt es keinerlei Risiken für die Welpen und alle Welpen sind von dieser Krankheit auf jeden Fall nicht erkrankt. Es können nur "freie" Welpen oder "Träger" Welpen(wobei man an sich in keinster Weise einen Unterschied bemerkt) geboren werden, aber keine affected Hunde.


Verpaart man jedoch "Träger" mit "Träger", somit können "Träger" Welpen fallen, die keine Beeinträchtigung haben, aber genauso auch "affected"- erkrankte Welpen. Deshalb sollte man immer darauf achten, keinen Träger mit einem Träger zu verpaaren. Und das "affected" Hunde nicht in die Zucht gehören, sollte sich eigentlich von selbst verstehen.


So ist das mit verschiedenen Krankheiten, auch mit CL/NCL oder TNS. Meiden sie hier keine "Träger" Hunde, seien sie eher froh, dass der Züchter es testen gelassen hat und darum weiß und achten sie darauf, dass "Träger" eben nicht mit "Träger " verpaart werden. Wir würden so etwas nie verpaaren und somit können all unsere Hunde/Welpen nicht an dieser Krankheit erkranken.


Neuronale Zeroid- Lipofuszinos (NCL/CL)

Diese Erkrankung vererbt sich genau wie CEA und oben geschrieben und somit achten wir darauf, dass auch hier keine Welpen/Hunde von uns daran erkranken, was eben durch die "schöne Vererbung" und heutzutage durch die tollen Gentests schön machbar ist. Trotz allem wollen wir sie hier kurz vorstellen:

Es handelt sich hierbei um eine neurodegenerative Erkrankung aufgrund von lysosomalen Speicherdefekten. Bei Border Collie, American Bulldog, English Setter, Dackel, Australian Shepherd und Tibet Terrier wurden unlängst die jeweils verursachende Mutation ermittelt und so wurde ein Gentest für diese Erkrankung möglich. Klinische Symptome beinhalten eine Steigerung der körperlichen Unruhe und der Aggressivität. Die Hunde werden hyperaktiv und leiden unter epileptischen Zuständen. Die meisten Tiere verlieren die Fähigkeit, die alltäglichen Muskelaktivitäten wie Fressen und Laufen zu koordinieren. Das Alter, in dem die Erkrankung beginnt, sowie der Schweregrad können stark variieren. Beim Tibet Terrier treten die ersten Symptome im Erwachsenenalter auf. Mit zunehmender Neurodegeneration entwickeln jedoch alle Hunde psychische Abnormalitäten und Ataxie.

Quelle: Laboklin


Trapped Neutrophil Syndrome (TNS)

Auch diese Krankheit vererbt sich autosomal- rezessiv und ist dadurch genau wie CEA oder CL bei guter Zucht höchstens noch in einer Trägerschaft zu finden, wodurch keinerlei Beeinträchtigungen entstehen. Trotz allem möchte ich euch auch hier diese Krankheit vorstellen, da man sie nicht "vergessen" sollte und auch als Welpeninteressent danach schauen oder fragen sollte. 

TNS ist eine Erbkrankheit bei der das Knochenmark Neutrophile (weiße Blutkörperchen) produziert, aber nicht in der Lage ist diese an den Blutkreislauf abzugeben. Demzufolge haben betroffene Welpen ein geschwächtes Immunsystem und können Krankheitserreger nicht effektiv bekämpfen. Die Welpen zeigen eine Vielzahl von Symptomen, je nach Art der Infektion von der sie befallen sind. Ebenso variieren Beginn und Schweregrad der Erkrankung, die meisten Hunde werden jedoch nicht älter als vier Monate. In seltenen Fällen können jedoch Antibiotika- und Steroid-Therapien betroffenen Hunden ein nahezu beschwerdefreies Leben ermöglichen.

Quelle: Laboklin


Imerslund-Gräsbeck- Syndrom  (IGS)

Diese Krankheit ist zum Glück noch "recht gut" therapierbar, allerdings muss man darauf kommen, dass es die Krankheit auch ist. Hier ist es auch wieder schön, dass es dank der Forschung auch Gentests für IGS gibt und sie autosomal- rezessiv vererbt wird. Somit ist sie auch wieder sehr gut handelbar für einen guten Züchter. 

Das Imerslund-Gräsbeck-Syndrom (IGS) ist gekennzeichnet durch die Malabsorption von Vitamin B12 aus der Nahrung. Der chronische Cobalamin-Mangel führt zu Veränderungen im Blutsystem (wie beispielsweise Makrozytäre Anämie) und neurologischen Ausfällen aufgrund irreversibler Schädigungen des Gehirns und Nervensystems.

IGS kann durch eine frühzeitige und regelmäßige Substitution von Vitamin B12 therapiert werden.

Quelle: Laboklin


Ivermectin- Überempfindlichkeit (MDR 1)

Erbgang: autosomal- rezessiv + Gentest vorhanden 

Ivermectin ist ein normalerweise sicher anzuwendendes Antiparasitikum, das bei einer intakten Blut-Hirn-Schranke nicht ins Gehirngewebe übergehen kann. In den 1980er Jahren wurden erstmals bei Hunden gravierende neurotoxische Effekte bei der Verabreichung von Ivermectin beobachtet. Betroffene Tiere zeigten neurotoxische Effekte bereits bei einer Dosierung von 150µg pro kg Körpergewicht, während nicht betroffene Tiere eine Gabe von bis zu 2000µg pro kg Körpergewicht ohne das Auftreten einer klinischen Symptomatik verabreicht werden konnte. Klinische Symptome betroffener Tiere können von Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Desorientiertheit, Erbrechen und Zittern bis hin zu komatösen Zuständen reichen.

Quelle: Laboklin


Die Hüftgelenksdysplasie (HD)

Die HD ist eine Erkrankung des Bewegungsapparates. Sie ist eine postnatale Entwicklungsstörung von Gelenkpfanne und Femurkopf. 


Sie ist eine multifaktorielle Erkrankung, d.h. mehrere Faktoren tragen zur Entstehung der Krankheit bei.

Somit sind zwar auch die Erbanlagen der Hunde wichtig, jedoch nicht alleine aussagekräftig. Auch äußere Faktoren im Laufe des Hundelebens tragen zur Entstehung der Krankheit bei, z. Bsp. die Fütterung und auch die Belastung, gerade bei jungen Hunden.


Um den Faktor der Erbanlagen jedoch beim Border Collie bestmöglich unter  "Kontrolle" zu bringen, ist es Pflicht im CfBrH, auf diese Krankheit für Zuchthunde nach dem ersten Jahr röntgen zu lassen. Diese Röntgenbilder werden dann einheitlich von Dr. Koch ausgewertet und "eingestuft". Hierbei wird die Veränderung im Gelenk in Deutschland in fünf Stufen eingeteilt: HD- A: frei von HD, HD-B: Übergangsform, HD- C: Leichte HD, HD-D: mittlere HD, HD-E- schwere HD. Laut VDH darf erst ab einer mittleren HD (HD D) nicht mehr gezüchtet werden, laut unserem CfBrH sind die Richtlinien deutlich verstärkt wurden für die Rasse Border Collie. Und so darf ab einer leichten HD (HD C) nicht mehr gezüchtet werden. 

Somit dürfen nur Border Collies in die Zucht, die keine HD haben.

Weiterhin ist es bei unserer Auswertung auch immer nochmal gestaffelt mit 1 und 2, so gibt es HD A1 oder HD A2. Die Grenzen von diesen Unterstufen sind wirklich minimal und des Öfteren hängt diese kleine Unterscheidung auch mal an der Qualität des einzelnen Bildes. 

Zu beachten ist, dass nur das Röntgenbild, nicht aber der Hund beurteilt wird: Es kann durchaus sein, dass ein Hund mit der Diagnose HD-C niemals eine Lahmheit zeigen oder bis ins hohe Alter schmerzfrei sein wird.

Symptome:

Die Symptome von Hüftgelenksdysplasien sind sehr unterschiedlich. Einige Hunde zeigen schnell Lahmheiten, andere wiederum vermeiden einfach schmerzhafte Bewegungen und wirken dadurch antriebslos. Besonders wenn beide Hüftgelenke gleichermaßen betroffen sind, sind Lahmheiten schwierig zu erkennen. Die Lockerheit der Gelenke als auch die dadurch entstehenden Arthrosen sind sehr schmerzhaft, langfristig vermeiden daher fast alle Hunde die Bewegung der Hintergliedmaßen. Dadurch bildet sich die Muskulatur an den Hinterbeinen zurück und die Beine werden deutlich dünner.

Welpen bewegen sich ausgiebig und gerne. Sobald ein Welpe daher durch fehlendes Springen, Toben oder Treppensteigen auffällt, sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden. Je früher eine Hüftgelenksdysplasie entdeckt wird, desto besser können chronische Schmerzen vermieden werden.


Allgemein empfehle ich immer ein Röntgen mit frühsten einem Jahr und freue mich darüber, wenn meine Nachzucht komplett auf HD, ED und evt. OCD geröngt werden und ich natürlich auch das Ergebnis davon erhalte. Denn nicht nur die Gene des jeweiligen Zuchthundes sind wichtig, sondern auch die seiner Verwandtschaft, so sammel ich sowieso alle Ergebnisse der Linien und Verwandtschaft meiner Hunde und freue mich darüber, dass ich hier auch gute Kontakte habe. 


Die Ellbogengelenkdysplasie (ED)

Die Ellbogengelenkdysplasie (ED oder Ellbogendysplasie) beinhaltet mehrere wachstumsbedingte Erkrankungen des Ellbogengelenkes beim Hund. Sie ist, ähnlich wie die Hüftgelenkdysplasie, erblich. Sie führt - je nach Erkrankung und Ausprägung - zu einer leichten bis schweren Lahmheit und zur Ellbogenarthrose.

Auch hier werden wieder verschiedene Stufen festgestellt, einmal ED 0- was komplett frei und gesund bedeutet. Eine gewisse Borderline/ Grenzlinie und dann drei Stufen der Krankheit an sich, ED I, ED II und ED III. 


Die Osteochondrosis dissecans (OCD)

OCD ist eigentlich keine "typische" Border Collie Krankheit, sondern betrifft eher noch "größere" Rassen über 25kg. Trotz allem macht es Sinn, auch auf diese zu achten, damit sie erst gar keine verhäufte Krankheit beim Border genetisch bedingt wird. 

Schnelles Wachstum und große, schwere Größen begünstigen diese Krankheit, auch ein Unfall kann Gelenksplitter erzeugen.


Die OCD ist eine schmerzhafte Erkrankung der Gelenke, die am häufigsten das Schulter-, danach das Ellbogengelenk und seltener im Knie- und Sprunggelenk enstehen kann. Durch genetisch bedingte Entwicklungsstörungen kommt es bei der OCD zu einer Knorpelwachstumsstörung mit mangelhafter Ausreifung beim meist heranwachsenden Hunden. Das Knorpelgewebe im Gelenk des jungen Hundes wächst weiter ohne zu verknöchern. Der Knorpel wird zu dick um versorgt zu werden, denn über längere Strecken können Sauerstoff und Nährstoffe nur mit Hilfe des Blutes transportiert werden. Teile des Knorpels „hungern“, werden „schwach“ und können absterben. Häufig stößt das gesunde Gewebe das tote Gewebe ab, mit der Folge, dass Teile des Gelenkknorpels absplittern (was auch nach einem Trauma geschehen kann) und als sogenannte „Gelenkmäuse“ im Gelenk schwimmen.


Augenkrankheiten

Die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung auf erbliche Augenerkrankungen nimmt inzwischen bei vielen Rassehunden einen festen Platz bei der Bekämpfung erblicher Krankheiten ein. Sinn und Zweck dieser Untersuchung ist es, erbliche Augenerkrankungen festzustellen. Dies dient der Gesunderhaltung der Rasse und des einzelnen Individuums.

Es besteht ein Unterschied zwischen dem Begriff ”erblich” und dem Begriff ”angeboren”. Eine Erkrankung oder ein Mangel kann angeboren, d.h. vom Zeitpunkt der Geburt an vorhanden sein, muss damit aber nicht unbedingt erblich sein. Eine Erkrankung ist dann erblich, wenn die Veranlagung die Krankheit zu entwickeln von den Elterntieren auf die Nachkommen übertragen wird. Erbliche Erkrankungen können angeboren sein oder aber erst zu einem späteren Zeitpunkt im Leben des Tieres auftreten. 


Bei einer "normalen" Augenuntersuchung wird im Prinzip das komplette Auge auf den Kopf gestellt und alles mögliche getestet und untersucht, so dass alle möglichen Augenkrankheiten normalerweise "ausgeschlossen" werden können.. zumindest zu dem Zeitpunkt, wo man den Hund beim Arzt vorgestellt hat. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass die Eltern einer Augenuntersuchung unterzogen wurden und auch die Welpen und dies am Besten und Sinnvollsten, gerade bei Zuchthunden auch öfters und regelmäßig. Unsere werden jährlich bis zu einem höheren Alter Augen untersucht, so dass man erbliche Krankheiten bestmöglich ausschließen kann. So wissen wir auch über die Eltern oder Großeltern bescheid und behalten wie immer die komplette Verwandtschaft im Blick. 


Wie so ein Bogen aussieht, sieht man hier. Dieser ist von unserem Duke aus dem Jahr 2013:

Die ganze Liste vorzustellen, ist zu viel und i.d.R. sind diese Krankheiten beim Border Collie genetisch/erblich bedingt auch sehr gut unter "Kontrolle". Trotz allem möchten wir auf die ein oder andere eingehen.

Wichtig ist noch zu wissen, dass nicht automatisch eine Gonioskopie gemacht wird, bei einer "normalen" Augenuntersuchung. Diese ist aber sinnvoll machen zu lassen, um die Krankheit "Glaukom" besser zu kontrollieren, die auch bei Border Collies auftritt. Deshalb sollte man als Welpeninteressent, auch speziell nach der Krankheit Glaukom bei den Elterntieren  und den Linien erfragen oder nachschauen. 


Membrana pupillaris persistens (MPP)

 

Definition

Bei der Membrana pupillaris persistens (MPP) handelt es sich um Reste der Tunica vasculosa lentis Die Membrana pupillaris persistens wird nicht selten von weiteren okulären Missbildungen begleitet, wie zum Beispiel von Katarakten, Kolobomen oder einer Mikrokornea.

 

Pathologie

Die persistierende Pupillarmembran wird weitestgehend auf eine genetisch bedingte Entwicklungsstörung zurückgeführt, welche zu einer unvollständigen Resorption des embryonalen, vaskulären und mesodermalen Gewebes führt.

Während der fetalen Entwicklung wird die primitive, vordere Augenkammer teilweise von der Membrana pupillaris ausgefüllt. Die Gefäße dieser Membran bilden den zentralen Teil der Tunica vasculosa lentis anterior und werden wie die der angrenzenden Tunica vasculosa lentis posterior durch die A. hyaloidea gespeist. Ihre Aufgabe ist es, die Linse und den vorderen Augenabschnitt während der besonders schnell verlaufenden Entwicklungsphasen zu versorgen. Sobald der Ziliarkörper in der Lage ist aktiv Kammerwasser zu produzieren,wird das beschriebene Gefäßsystem nicht länger benötigt und beginnt sich zurückzubilden. Diese Rückbildung beginnt etwa in der sechsten Woche der Augenentwicklung, was etwa dem 45. Tag der Trächtigkeit entspricht und ist in der Regel zehn bis 21 Tage nach der Geburt abgeschlossen. […]

 

Klinisches Bild und Diagnose

Eine MPP ist oft ein Zufallsbefund der ophthalmologischen Untersuchung. Seltener werden die betroffenen Hunde auf Grund von Trübungen der Linse oder Kornea vorgestellt. Eine Untersuchung auf das Vorhandensein einer Membrana pupillaris persistens kann aufgrund der variablen Rückbildung der Gewebereste der Membrana pupillaris erst in einem Alter von zwei oder besser drei Monaten durchgeführt werden. Einige Autoren sehen die Rückbildung der Gewebestränge erst im Alter von vier Monaten abgeschlossen.1         

Deshalb kommt es öfters vor, dass MPP bei einer Welpen Augenuntersuchung noch auftritt, die aber später vollständig verschwindet und keineswegs eine Beeinträchtigung oder Verschlechterung des betroffenen Welpen darstellt. Es gibt sogar Kliniken, die diese bei Welpen immer prinzipiell bemängeln.

 

Differentialdiagnose

Differentialdiagnostisch sind entzündungs- oder traumatisch bedingte Veränderungen der Iris bzw. des vorderen Augenabschnittes (vordere und hintere Synechien) und eine Irisatrophie abzugrenzen.

Die MPP wird als Indikator für spätere Augenerkrankungen angesehen, da sie häufig mit anderen Entwicklungsstörungen des Auges zusammen auftritt.

 

Vererbung

Die bezüglich der MPP am besten untersuchte Hunderasse ist der Basenji. Beim Basenji erscheint die Rückbildung der MPP deutlich langsamer zu verlaufen als bei anderen Hunderassen und kann sechs bis acht Monate in Anspruch nehmen. BARNETT und KNIGHT (1969) finden die MPP bei ihrer Untersuchung der britischen Basenji Population häufig mit IV Literaturstudie kolobomatösen und anderen kongenitalen Erkrankungen kombiniert. Auch Veränderungen des Kammerwinkels treten bei dieser Rasse zusammen mit einer MPP auf (BISTNER et al. 1971). Während ROBERTS und BISTNER (1968) sowie BISTNER et al. (1971) von einer autosomalen Vererbung mit variabler Expression bzw. unvollständiger Penetranz ausgehen, geben BARNETT und KNIGHT (1969)

einen autosomal dominanten Vererbungsmodus für die MPP beim Basenji an. Laut STADES et al. (1998) wird die MPP sowohl beim Basenji als auch beim Petit Basset Griffon Vendeen autosomal rezessiv ererbt. Beim Welsh Corgi geht RUBIN (1989) von einer autosomal rezessiven Vererbung der MPP aus, die sich durch eine unvollständige Penetranz auszeichnet. KETTERITZSCH et al. (2004) finden beim Tibet Terrier eine Prädisposition männlicher Tiere. Andere Autoren erwähnen keine

Geschlechtsprädisposition. In der Tabelle XX im Anhang sind die Hunderassen aufgeführt, für die eine Prädisposition für das Auftreten einer MPP beschrieben wird. Besonders häufig wird der Englische Cocker Spaniel erwähnt.1 Den Border Collie betrifft diese Krankheit weniger.


Epilepsie

Epilepsie das Wort ist griechischen Ursprungs und heißt so viel wie, "Anfall oder Übergriff". Der Anfall ist eine plötzliche, unkontrollierte und ungerichtete Entladung der Nervenzellen im Gehirn. Wenn man weiß, dass die Reizübertragung an Nervenzellen (Neuronen) mit Elektronen stattfindet, ist der Vorgang gut mit dem Stromfluss zu vergleichen und der Anfall einem Kurzschluss gleichzusetzen. Je nach Lokalisation des Anfalls im Gehirn sind motorische, sensorische oder sensible Ausfälle möglich. Ein jeder Anfall sensibilisiert das betroffene Hirnareal für weitere Anfälle, das heißt praktisch, dass die Reizbarkeit der Neuronen erhöht wird. 

 

Diagnose und Therapie

 

Zunächst einmal unterscheidet man

- Idiopathische (primäre) Epilepsie Dabei sind strukturelle oder Stoffwechselstörungen des Gehirns nicht nachweisbar. Eine erworbene Epilepsie, die auch einen erblichen Hintergrund haben kann.

- Symptomatische (sekundäre) Epilepsie Aufgrund einer anderen Grund- bzw. Organerkrankung kommt es zu epileptiformen Anfällen. 

Quelle und unter anderem zum weiterlesen: Hier

 

Fest steht also, das Epilepsie, wie andere Krankheiten auch erblich sein kann, aber auch viele andere Faktoren epileptische Anfälle auslösen können und dies auch oft nicht leicht festzustellen ist. Eine komplette Ausschlussdiagnose ist teuer und auch individuell abzuwägen, es gibt somit einige, die nicht soweit gehen und selbst, wenn man alles erdenklich mögliche testet, stoßt hier die Wissenschaft manchmal noch an seine Grenzen. Findet man also keinen "Auslöser", so spricht man von Idiopathischer Epilepsie, die eben auch erblich sein kann. 

 

Trotz allem sollte man nun den genetisch, erblichen Teil dieser Krankheit nicht leichthin und schnell abfertigen. Es ist eine schlimme Krankheit und ich behaupte mal, dass diese Krankheit sich nie ein Züchter für seine eigene Nachzucht wünscht, geschweige denn überhaupt für einen Hund. Leider ist diese Krankheit nicht so "leicht" zu handhaben wie beispieslweise CEA, die autosomal- rezessiv vererbt wird und auch noch einen Gentest gibt. Es wird schon an dieser Krankheit geforscht, allerdings handelt es sich nach aktuellem Stand wohl nicht um ein an einziges Gen geketteten Erbgang, sondern vermutlich um einen polygenen rezessiven Erbgang, ähnlich dem der HD. Und nochmals schwieriger für Züchter einzuschätzen wie HD beispielsweise ist dann nochmals, dass man den Hund nicht "einfach" röntgen lassen kann und dann genau bescheid weiß.

 

Somit ist es eben wichtig, erkrankte Hunde an dieser Krankheit sowieso von der Zucht auszuschließen, allein des Hundes Willen, aber auch "indirekt" betroffen Hunde an Idiopathischer (primärer) Epilepsie aus der Zucht zu nehmen. Hier wird von Experten empfohlen, wenigstens nicht mehr in gleicher Kombination mit den Elterntieren weiter zu züchten, wenn sie zusammen schon mal einen Welpen, der primäre Epilepsie bekam, "erzeugt" haben, genauso wird dazu geraten mit Vollgeschwistern nicht mehr weiter zu züchten.

 

Ich finde man könnte hier definitiv noch "strenger" handeln, was wir bei unsere Zucht auch machen bzw. "versuchen". Versuchen deshalb, da man eben immer auch auf wahrheitsgemäße Informationen angewiesen ist. Hat man diese aber, ziehen wir unseren Entschluss daraus, um das kleinste Risiko dieser Krankheit zu erreichen.

So schauen wir weit zurück in unsere Linien, sammeln alle Informationen oder "bekannte" Fälle und sind sehr froh darüber, dass die direkten Verwandten unsere Hunde ein gesundes Leben führen. Wir halten Kontakt zu unseren "Züchtern", haben beispielsweise auch Kontakt zu den Großeltern unserer Hunde oder kennen viele Hunde privat, die noch weiter hinten in den Linien drin sind oder indirekt mit unseren Hunden verwandt. Genauso wie wir mit jedem Vollgeschwister unserer Hunde wunderbaren Kontakt zu deren Besitzern haben und uns auch öfters mal, zumindest teilweise zum Gassi gehen treffen. Auch von den meisten Halbgeschwistern hören wir sehr viel, genauso wie die direkte Nachzucht unserer Hunde oder deren Geschwistern. Es ist eine "lange" Liste an Hunde, worüber wir uns sehr freuen. Gerade in der heutigen Zeit ist es ja zum Glück "recht einfach" auch länderübergreifend Kontakt zu halten und unter anderem über Facebook erfährt man teilweise täglich Neues von der Verwandtschaft.

 

Trotz allem halten wir auch Kontakt zu "Epi Experten", die noch mehr Kontakte haben und noch mehr Fälle kennen. Vielen lieben Dank dazu, dass wir euch immer über Informationen "ausquetschen" dürfen. Aber auch offiziell für jedermann stehen einige Informationen über Epi erkrankte Hunde zur Verfügung. So sollte sie jeder wohl kenne, die gewissen Epilepsie Datenbanken, in denen betroffene Fälle eingetragen werden können, u.a. sind folgende bekannt:

 

http://en-epilepsybc.weebly.com/ (Datenbank aus Tschechien, mit Gruppierungen für mehrere Länder) und 

weitere Datenbanken aus folgenden Ländern: Briten, Schweden, Italien, Niederlande, Polen und USA.


Unserer Meinung nach kann diese Krankheit am Besten "bekämpft" werden, wenn alle ehrlich darüber sprechen und die bestmöglichen Konsequenzen aus den bekannten Fällen ziehen. Trotz allem sollten sie keine Angst haben, nun einen Border Collie zu kaufen, bei allen Rassen gibt es gewisse Krankheiten und bei allen Rassen könnte auch Epilepsie auftreten. Auch bei Mischlingen... hier ist es i.d.R. noch schlimmer, da man nichts oder nur wenig über die Vorfahren weiß und zur momentanen Situation ist der beste Schutz vor idiopahtischer Epilepsie so viel wie möglich über die Linien zu wissen, um soweit "saubere" Verpaarungen einzugehen, sich darüber bewusst zu sein und offen und ehrlich darüber zu sprechen. Wenn sie "beunruhigt" sind, sprechen sie uns doch einfach darauf an, wir sind bereit gerne offen und ehrlich ihnen unsere Informationen und Wissen zu vermitteln. Wir überlegen uns eine Verpaarung sehr lange und ernsthaft, gut durchdacht und gehen sie nur mit "bestem" Gewissen ein und der ehrlichen Meinung, dass wir gesunde Welpen erwarten.